Seit 1717 blickt Herkules von der Spitze einer 30 m hohen Pyramide, die auf einen 33 m hohen Oktogonsockel aufgesetzt ist, auf seine Keule gestützt auf die Stadt hinab. Das imposante Bauwerk steht weithin sichtbar auf dem Gipfel des ca. 550 m hohen Karlsbergs und ist das Wahrzeichen der Stadt Kassel.
Angeregt durch die italienischen Terrassengärten brachte Landgraf Karl von Hessen-Kassel (1677-1730) die gigantischen Pläne zur Gestaltung des Karlsbergs im Jahre 1700 von einer Italien-Reise mit.
Zur Umsetzung der Pläne einer von Bassins, Grotten und Terrassen durchbrochenen Wasserachse zwischen Oktogon und Schloss ließ er eigens den italienischen Architekten und Gartenbaukünstler Giovanni Francesco Guerniero nach Kassel kommen. Auch wenn das Projekt nur zu einem Drittel fertig wurde, ist schon dieser Teil mehr als beeindruckend.
Bei den Wasserkünsten schießen die Wassermassen aus der Kunstfelsengrotte am Fuße des Herkules, um Ihren Weg über die breiten Stufen der jahrhunderte alten Kaskaden hinab ins Neptunsbecken zu nehmen. Ursprünglich waren zwei ebenso lange Fortsetzungen des Kaskadenlaufes geplant, was man deutlich an der Schneise sieht, die bis zum 285 m tiefer gelegenen Schloss Wilhelmshöhe führt. Bevor die Wassermassen am Ende der Vorführung im Schlossteich durch einen künstlich aufgebauten Überdruck als Fontäne an die 52 m in die Höhe geschleudert werden, führt ihr Weg durch den weitläufigen Park mit künstlichen Wasserfällen, Grotten und Tempelchen, unter der Teufelbrücke hindurch und über einen Aquädukt.
Die Wasserkünste finden vom 1. Mai bis zum 3. Oktober jeden Mittwoch und Sonntag sowie an Feiertagen statt, Beginn um 14.30 Uhr am Fuße des Herkules. Das mehr als sehenswerte Highlight lockt alljährlich unzählige Besucher an.
Von Juni bis September finden zusätzlich an jeden erstem Samstag im Monat die beleuchteten Wasserkünste statt. Beginn im Juni und Juli um 22.00 Uhr, im August um 21.30 Uhr und im September um 21.00 Uhr.
Derzeit wird das Bauwerk samt Herkulesstatue von einem Gerüst ummantelt. Rund 21 Millionen Euro werden in die Sanierung des Wahrzeichens investiert. Seit Ende April 2007 kann man die Sanierungsarbeiten von einem Besucherturm ganz aus der Nähe verfolgen. 2011 sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein.




